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Fragen zur Geschichte der Agentur C, beantwortet von Bruno Jordi, Vorstandsmitglied seit 1985

Wie haben sich Bruno Jordi, Heinrich Rohrer und Heinz Hertig kennengelernt?

Ein damaliger Neukunde unserer Druckerei namens «Jeunesse en Mission» wollte mich mit dem visionären Heinz Hertig aus Münsingen bekanntmachen. Hertig wiederum begleitete mich zu Heinrich Rohrer.

Wie, wann und warum entstand die Idee für die Agentur C?

Heinrich Rohrer machte eine Saulus-Paulus-Erfahrung. Diese war so tiefgreifend, dass er seine Zeit und sein Geld einsetzte, um ein Büro für den Heiland zu eröffnen, wie er es nannte. Und, um Gottes Wort zu verbreiten. Bald erschienen in den Tageszeitungen die schlichten Bibelverse-Kärtchen von «Gott gibt – gib weiter». Rohrer wollte die Trägerschaft verbreitern und fragte uns Unternehmer, ob wir mithelfen, einen Verein zu gründen.

Was war das Ziel der Agentur C?

Unser Motto und Ziel lautete «Gottes Wort an jeden Ort». Das erreichten wir mit den Bibelvers-Inseraten, die zugleich einen Gutschein für eine Gratisbibel enthielten. Später kamen die Plakate dazu. Ein Postversand in alle Haushaltungen der ganzen Schweiz machte die Agentur C bekannt. 5‘000 Gleichgesinnte unterstützten ganz plötzlich die Arbeit.

Welche Erfahrungen aus den Anfängen der Agentur C sind Ihnen heute noch präsent? 

Die Blickkampagne mit der ganzseitigen Kreuzigungsstory und der Folge im Sonntagsblick «der Leichnam ist weg» gab viel zu reden und wurde ein Jahr später in zahlreichen Zeitungen wiederholt.

Welches ist Ihr markantestes Erlebnis aus der Geschichte Agentur C mit Heinrich Rohrer? 

Uns amüsierten jeweils die Vorstandssitzungen mit dem Sipuro-Patron. Er tischte seine Ideen auf, fragte uns zwar um Rat, aber im gleichen Atemzug betonte er: «ja wenn ihr nicht einverstanden seid, mache ich es so oder so, da ich es ja auch selber bezahle!» 

Wie war die Aufgabenverteilung der Herren Rohrer, Jordi, Hertig und Hügli?

 

  • H. Rohrer: Als brillanter Kommunikator führte er das Büro für den Heiland. Er schrieb viele Leserbriefe, beantwortet Notrufe, versandte täglich Bibelpakete und Schriften. Auch war er  gegenüber den Zeitungsverlagen und Plakatgesellschaften ein sehr harter Verhandlungspartner
  • B. Jordi: Ich produzierte die Rundbriefe in alle Haushaltungen und die monatlichen Spendermailing, bis ich später die Leitung des Vereins übernahm.
  • H. Hertig: An den Vorstandssitzungen brachte Heinz Ideen und ein grosses Netzwerk ein.
  • H. Hügli: Lieferte die Bibelverse für die Zeitungen und Plakate. Zugleich war er derjenige, welcher versuchte, Heinrich Rohrer die geistliche Linie vorzugeben. 

Welches waren die grössten Herausforderungen in den Anfängen der Agentur C? 

Das Spannungsfeld der persönlichen Herausforderung, in der Öffentlichkeit über Gott und die Umkehr zu reden. Sich zu outen, mit dem Risiko ausgelacht zu werden. Die innere Überzeugung haben zu dürfen, dass Gottes Wort nie leer zu ihm zurückkehrt ohne bei den Lesern Spuren zu hinterlassen. 

Gab es zu Beginn auch einmal Momente, an denen man ans Aufhören gedacht hat? Sei es aus finanziellen, personellen oder zeitlichen Gründen?

Nein, wir waren jung und als Heiri aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste, führten wir die Sache getreu weiter.

Wie haben Sie den Spenderkreis aufgebaut?

Rohrer machte wie zu Zeiten als Boss der Sipuro ein Massenmailing in 3 Mio. Haushaltungen. Wohlgemerkt hat er die Kosten – zusammen mit ein paar Freunden – aus eigener Tasche bezahlt.  

Wann haben die Gründer gemerkt, dass es sich um einen Auftrag für die Schweiz handelt?

Unsere gemeinsame Basis war, dass wir unser wunderschönes Land liebten und den Drang verspürten, den Leuten den Schöpfer bekannt zu machen.

Welche Reaktionen haben Sie auf die ersten Plakataushänge und Inserate erhalten? 

Im Allgemeinen waren die Gläubigen begeistert. Menschen auf der Strasse wurden damals wie heute durch das Wort auf den Plakaten berührt. Viele bestellten daraufhin eine Bibel und kamen zur Umkehr. Die Agentur C erhielt Tausende von Briefen und Rückmeldungen. Drohungen gab es auch. Da Heiri jedoch über die besondere Gabe verfügte, um mit den jeweiligen Absendern umzugehen, meisterte er solche Situationen immer mit Bravour.  

Wie offen waren damals Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gegenüber dem Wirken der Agentur C? 

Der Gründer hatte ein grosses Netzwerk zu Politikern und den Wirtschaftskapitänen. Er scheute sich nie, darauf zurückzugreifen und seinen Glauben zu bezeugen. Seine guten Taten steckten einige seiner Freunde an.

Haben Sie das Gefühl, dass die heutige Wirtschaft, Gesellschaft und Politik der Agentur C gegenüber genauso offen ist wie früher? Oder anders ausgedrückt – inwiefern hat sich die Haltung der erwähnten Kreise gegenüber der Agentur C verändert?

Die Offenheit ist geblieben, die Bibelverse an den Wänden und bei den Todesanzeigen sind etabliert. Schwieriger gestaltet sich der Umgang mit den Behörden, wenn es darum geht neue Plakatstellen zu bewilligen. Sie wollen sich nicht mehr exponieren. Absagen werden häufiger erteilt als früher. In der Westschweiz hat die Offenheit gegenüber unseren Plakaten leider abgenommen. Auch zeigen sich die Medien ziemlich kritisch. Wichtig sind die persönlichen Kontakte. Diese werden vom heutigen Präsidenten mit sehr viel Feingefühl wahrgenommen.

Für was beteten die Gründer zu Beginn ihrer Tätigkeit (Schweiz?)

Dass gottesfürchtige Menschen eine persönliche Erfahrung mit Jesus machen und ihm nachfolgen. Dass suchende Menschen den Weg der Wahrheit entdecken.

Für was betet der Vorstand heute?

Dass wir den Auftrag weiterführen und effizient dran bleiben, solange uns niemand daran hindert. Und dass – sollte der Widerstand zunehmen – wir gut gerüstet sein werden.

Was ist das Ziel der Agentur C heute?

Aus meiner Sicht sind die Ziele die gleichen geblieben. Gottes Wort an jeden Ort!

Wie sehen Sie die Zukunft der Agentur C? Hinsichtlich Botschaften und Wirkungskreis?

Eine Zusammenarbeit mit anderen missionarisch tätigen Organisationen in Form der gegenseitigen Ergänzung macht Sinn. Sollten auch bei uns grosse Krisen und Katastrophen die Empfänglichkeit der Gottesbotschaft sprunghaft zunehmen lassen, müssen wir bereit sein.  

Was wünschen Sie der Agentur C für die Zukunft?

Ich wünsche der Agentur C Weisheit, um sich in Gottes Plan vorwärts zu bewegen. Es ist seine Sache. Er hat alles unter Kontrolle und was er bestellt, das bezahlt er auch.