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Fragen zur Geschichte der Agentur C, beantwortet von Peter Stucki, Präsident seit März 2003

Wann haben Sie zum ersten Mal von der Agentur C gehört? Was haben Sie damals über den Verein gedacht?

Das muss in der zweiten Hälfte der 80er Jahre gewesen sein. Ich war damals schon intensiv in der Jugendarbeit involviert und die Agentur C war Tagesgespräch. Der freundliche Auftritt, das klare Wort Gottes an Plakatstellen hat uns Junge sehr berührt.  Das vielfältige Sortiment und der unkomplizierte Bezug von Gratisbibeln und anderen Schriften beeindruckten mich stark. Alles war kostenlos. Hauptsache, man hat die bestellten Artikel weitergegeben. (Bis heute sind alle Lieferungen unentgeltlich geblieben. Wir haben in den letzten dreissig Jahren noch nie Porto verrechnet. Die Warenbezüger sind sehr dankbar dafür.) Es war eine ganz neue Art der Evangelisation und Ausdrucksweise über und zum Glauben. Das alles hat mir imponiert. 

Wann wurden Sie ins Boot der Agentur C geholt? Und mit welchen Aufgaben wurden Sie betreut?

Bruno Jordi suchte damals das Gespräch mit mir. Er meinte, dass er einen zielstrebigen Verkäufer für die Vorstandsarbeit suche. Da dachte ich mir, das könnte ich ja versuchen. 

Was war das Ziel der Agentur C, als Sie eingestiegen sind? Was ist das Ziel der Agentur C heute? Oder anders ausgedrückt, inwiefern haben sich die Zielsetzungen seit Ihrem Einstieg verändert?

Früher legte die Agentur C ihren Schwerpunkt auf die Verteilung von Traktaten in jeden Schweizer Haushalt. Weil der Streuverlust jedoch immer grösser wurde, hatte man diese Aktivitäten im Laufe der Zeit eingestellt und sich nur noch auf die Kommunikationsmittel «Plakate» und «Inserate» konzentriert. 

Welche Erfahrungen sind Ihnen aus Ihren Anfängen bei der Agentur C heute noch präsent?

Bruno Jordi hatte die Fähigkeit – und hat sie immer noch – interessante Persönlichkeiten zusammenzuführen. So trafen immer wieder verschiedene spannende Menschen aufeinander, die mit ihren unterschiedlichen Stärken und Wissen die Arbeit im Vorstand positiv bereicherten.  

Welches ist Ihr markanteste Erlebnis aus der Geschichte Agentur C?

Am Anfang meiner Tätigkeit im Verein Agentur C haben wir im Vorstand eine Sieben-Jahres-Vision entwickelt. Nach sieben Jahren sollte jeder in der Schweiz lebende Bürger wissen, dass es eine Bibel gibt. So einfach das tönt, so anspruchsvoll ist diese Ziel auch. Wir haben nie Kontrolle darüber geführt. Eines weiss ich jedoch: Die Schweiz würde anders aussehen, wenn wir dieses Ziel erreicht hätten. Und trotzdem geschah sehr viel. Es folgte dann eine drei Jahres Vision zum Thema Glaube, Hoffnung, Liebe.

Welches sind die grössten Herausforderungen der Agentur C heute?

Wir nehmen jede Herausforderung an und lassen uns durch den Heilligen Geist leiten. Ein sehr umsichtiger Vorstand stärkt mir den Rücken in theologischen und gesellschaftspolitischen Fragen. 

Obwohl manchmal kreative Inputs von aussen kommen, hat sich der Auftritt der Plakate und Inserate in den letzten Jahren nicht gross verändert. Vom Jubiläumsjahr abgesehen, für das ein besonderes Layout erstellt wurde. Woran liegt das?

Unser seit vielen Jahren gleichbleibender Auftritt hat unter anderem dazu geführt, dass unsere Plakate und Inserate in allen Landesteilen der Schweiz über einen unschätzbaren Wiedererkennungsgrad verfügen. Dieser Umstand ist für mich sehr wichtig. Denn die Menschen wissen dadurch immer, wer der Absender ist. Unsere Produkte geniessen eine hohe Glaubwürdigkeit in der Schweiz. Der Vereinsname «Agentur C» ist heute in deutscher, französischer und italienischer Sprache rechtlich geschützt. Dieses über die Jahre erschaffene „Gut“, das würde auch jeder Werber bestätigen, muss bewahrt, mit Sorge getragen und sollte nicht zerstört werden. Wir nehmen zur Kenntnis, dass es da auch unterschiedliche Meinungen und Haltungen gibt.

Haben Sie das Gefühl, dass die heutige Wirtschaft, Gesellschaft und Politik der Agentur C gegenüber genauso offen (oder eben nicht offen) ist wie früher? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

Unsere Botschaft ist die gleiche geblieben wie vor 30 Jahren. Die Gesellschaft hat sich verändert. Die sogenannte Neutralität in Religionsfragen gibt es nicht. Um ja nicht polarisierend zu wirken, winken viele Menschen heute mit dem Satz ab: «Wir wollen keine religiöse Werbung. Das kann ich nicht unterschreiben». Christus wendet sich in Markus 9 gegen die Engherzigkeit seiner Jünger und sagt ihnen: wer nicht gegen uns ist, ist für uns. 

Mir passt die Auslegung bestens, denn wir sollen als Christen nie den Stab über jemandem brechen. In Matthäus 12 spricht Christus zu seinen Gegnern jedoch eine deutlichere Sprache: Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich. Ich möchte niemandem zu nahe treten. Doch in dieser Frage muss jeder seine Entscheidung treffen. Wir stellen nur fest, urteilen aber über niemanden. Das ist nicht unsere Sache.

Für was betet das Team und der Vorstand der Agentur C heute?

Wir beten für alle Sympathisanten, Lieferanten, Verlage, für unsere Mitarbeiter und die Vorstandsmitglieder mit ihren Familien, für die Frucht des gestreuten Wortes, für den Segen, den Glauben, die Hoffnung, die Liebe und für die Vergebung genauso wie für neue Visionen für das Land sowie für neue Möglichkeiten, Gottes Wort in der Schweiz unter die Menschen zu bringen.

Was sind die Ziele der Agentur C heute?

Gottes Wort an jedem Ort, ist das Motto, das Mitte der neunziger Jahre in die Arbeit eingeflossen ist. Dieses Motto ist zugleich auch unser Ziel. Es hat sich bis heute nicht verändert. Es ist unser Wunsch, dass noch viele Menschen zu Jesus Christus finden.

Wie sehen Sie die Zukunft der Agentur C? Hinsichtlich Botschaften und Wirkungskreis?

Das ist eine grosse Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Wir sind immer wieder am Prüfen, ob wir und wann wir in die Internetarbeit einsteigen sollen. Wir sind aber nach wie vor vom Plakat begeistert.

Was wünschen Sie der Agentur C für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass die Akzeptanz der Agentur C noch tiefere Wurzeln schlagen wird. Und dass wir als Agentur für den „lieben Gott“ weiterhin Unterstützung in Sachen Finanzen, Gebeten und Verbindungen erhalten mögen. Es ist jedoch nicht die Aufgabe eines Spezialtrupps, die Worte Gottes öffentlich zu machen. Sie sind zu kostbar, zu autoritär und zu heilend, weil Gott selbst in seinem Wort lebt. Es ist vielmehr die Aufgabe aller, die an Christus glauben, das Wort zu verbreiten.